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Notizen aus Vortrag von Ralph Dehner (B1 Systems GmbH) auf dem LinuxTag 2009.

Allgemein

  • Der Hauptunterschied zwischen einem Standarddateisystem wie ext3 oder xfs und einem Clusterdateisystem ist die Möglichkeit von mehreren Rechnern parallel auf das Clusterdateisystem schreibend zuzugreifen. Das clusterweite File-Locking wird dabei über sogenannte Lockmanager durchgefürt.
  • General Parallel File System (kurz GPFS) ist ein kommerzielles Clusterfilesystem vom IBM.
  • Alternative Clusterdateisysteme sind:
    • GFS(2) von IBM
    • GlusterFS
    • Lustre von Sun
    • OCFS(2) von Oracle
  • IBM bietet für GPFS Support für SLES und RHEL.
    • GPFS läuft auch auf dem hauseigenen AIX und eingeschränkt auf Solaris und Windows.

Kosten

  • Je nach Abnahmemenge, B1 Systems zahlt etwa 50$ für einen Knoten (bei einem 10-Knoten-Cluster)

Features

  • Simulatener Zugriff von verschiedenen Serverknoten auf ein- und dieselbe Datei.
  • Durch Parallelisierung von Zugriffen kann eine hohe Performance erreicht werden.
  • Theoretisch ist ein Cluster mit bis zu 8000 Nodes möglich.
  • Striping (Raid 0) und Replikation (Raid 1) sind im Dateisystem integriert.
  • Mit Devicegruppen ist zusätzlich eine Kombination aus RAID-0 und RAID-1 (also RAID-10) möglich.
  • Viele Konfigurationsanpassungen können im laufendem Betrieb durchgeführt werden.
  • Das Dateisystem kann auch von Systemen gemountet werden, die keinen direkten Zugriff auf das entsprechende Blockdevice haben. Der Zugriff wird dann über das LAN geleitet (siehe Foto von Beispielkonfiguration: Node2 kann über das LAN auf BD1 zugreifen, obwohl es keine direkte Storage-Verbindung dazu hat).
  • Storage Pools, Policies und Filesets sorgen für einfaches und flexibles Speichermanagement: Beispiel automatische Umschichtung von älteren Daten (älter als x Wochen) auf kostengünstigere Storage-Systeme.
  • Ähnlich wie bei LVM können Snapshots vom Dateisystem erstellt werden.

Beispielkonfiguration

  • BD steht für Blockdevice, also z.B. eine SCSI-Festplatte oder ein LUN-Device von einem ISCSI-Storage.
  • GPFS greift über sogenannte Network Shared Disks (NSDs) auf die Block-Devices zu.
  • 2 Knoten werden als NSD-Server (Primary und Backup) definiert, die die Cluster-Konfig vorhalten und auf die anderen Systeme verteilen.
  • Das Blockdevice #5 (BD5) spielt in dieser Konfiguration als "tiebreaker disk" eine besondere Rolle. Sie dient als "Entscheidungshilfe" bei einem Split des Clusters in gleichgroße Teile (z.B. 2 Nodes vs 2 Nodes).

Wichtigste Befehle für den Anfang

Das jetzige GPFS war ursprünglich ein Multimedia-Filesystems von IBM aus dem Jahre 1996. Daher beginnen die Kommandozeilenbefehle aus historischen Gründen noch mit "mm" (MultiMedia).

Erste Schritte

  • Die Steuerung und die Verteilung der Konfigurationsdateien erfolgt meist über ssh und scp. Dabei sollte der gegenseitige SSH-Zugriff zwischen den Serverknoten mittels "passwortlosen" SSH-Keys konfiguriert sein.

Cluster erstellen:

  • gpfs_nodes.lst enthält Liste aller Nodes
  • Mit -p und -s werden der Primary
    - und Slave-GPFS-Server definiert, die die aktuellen Metainformationen im Betrieb verwalten. Fällt der Master-Server aus übernimmt der Slave-Server.
  • Mir -r und -R werden die Befehle definiert, über die die Steuerung (z.B. Starten und Stoppen der Dienste auf den Serverknoten) und Verteilung der Konfigurationsdateien stattfinden soll.
  • Mit -C wird der Name des erstellten Clusters festgelegt.

Cluster auf allen Serverknoten starten:

NSDs erstellen:

  • gpfs_disks.list hält die Liste der auf den verschiedenen Knoten verfügbaren Devices.

Dateisystem erstellen:

  • Neues Dateisystem ist danach über /dev/mygpfs1 verfügbar.

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